Verwirrung Equidenpass

7. November 2016
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Da es auch bei uns in der Praxis immer wieder Fragen rund um den Equidenpass gibt, wollen wir hier etwas Aufschluss über die Gesetzeslage geben.

 

Die europäische Union (EU) hat entschieden, dass jeder Equide (dazu gehören Pferde, Ponys und Esel) einen Pferdpass besitzen muss. In Deutschland wir dies durch die Viehverkehrsordnung gesetzlich geregelt. Hinzu kommt, dass die Equiden durch einen Mikrochip/Transponder gekennzeichnet werden müssen.

Die Kennzeichnungspflicht besteht seit dem 01.07.2009, d.h. Pferde die vor diesem Datum bereits einen Pferdepass besaßen, müssen nicht nachträglich gechippt werden. Für alle Equiden, für die nach diesem Zeitpunkt ein Equidenpass beantragt wird, müssen gechippt werden.

 

Wie ist nun das Prozedere? Die Unterlagen für die Beantragung des Pferdepasses und der Transponder können bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) oder beim zuständigen Zuchtverband beantragt werden. Dazu benötigt jeder Tierhalter noch eine Tierhalternummer, die ihm bei zuständigen Veterinäramt mitgeteilt wird.

Im Anschluss daran erhalten sie den Transponder und Unterlagen zur Erstellung des Passes. Zu diesem Zeitpunkt vereinbaren Sie mit uns einen Termin, wir chippen das Pferd und füllen die fehlenden Angaben für die Unterlagen aus. Dann gehen die Dokumente zurück und man bekommt den Equidenpass für das Pferd zugesandt.

 

Wichtig ist auch im Vorfeld zu klären, ob ihr Pferd als Lebensmittel-lieferndes Pferd eingetragen werden soll oder nicht. Diese Entscheidung hat auch Auswirkungen auf den Einsatz von Medikamenten. Für ein als „Schlachtpferd“ eingetragenes Tier gilt:

  • es dürfen nur einige wenige Arzneimittel verabreicht werden, welche auch für Tiere der Lebensmittelgewinnung zugelassen sind
  • die Behandlung und die Wirkstoffe müssen in den Pass eingetragen werden
  • der Equidenpass muss vor jeder Behandlung dem Tierarzt vorgelegt werden
  • Arzneimittel die nicht in der „Positiv-Liste“ stehen, dürfen in keinem Fall verabreicht werden
  • die Anwendung vieler bewährter Medikamente sind somit beim Schlachtpferd verboten
  • der Tierarzt muss für jede Arzneimittelbehandlung einen Abgabebelegt ausfüllen, dieser ist vom Tierhalter für 5 Jahre aufzubewahren
  • der Tierhalter muss ein Bestandsbuch führen, indem alle Medikamente (auch Wurmkuren, Salben ect.) eingetragen werden
  • das Bestandsbuch ist ebenfalls 5 Jahre aufzubewahren
  • eine Schlachtung ist nur bei Einhaltung der 6-monatigen Wartezeit möglich
  • jedes Pferd, bei dem keine Eintragung im Pferdepass erfolgt ist, gilt automatisch als „Schlachtpferd“
  • nur bei eindeutig als „Nicht-Schlachtpferd“ gekennzeichneten Pferden, kann im Therapienotstand eine Umwidmung von Arzneimitteln erfolgen

 

Hier finden sie weiter Informationen:

http://www.pferd-aktuell.de/files/2/42/164/Benutzerhinweis_Equidenpass.pdf

http://www.pferd-aktuell.de/fn-service/pferdepass/transponder–chip/transponder–chip

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