Impfen schützt!!

4. August 2016
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Aus aktuellem Anlass empfehlen wir Ihnen dringend den Herpes-Impfschutz ihres Pferdes zu überprüfen. In Österreich und jetzt auch in Hessen hält eine Herpesvirusepidemie die Pferdebesitzer in Atem.

Es gelang bisher acht verschiedene Herpesviren bei Pferden zu typisieren. Dabei stellen EHV-1 und EHV-4 die gefährlichsten dar. Gegen diese beiden Typen stehen glücklicherweise Impfstoffe zur Verfügung. Eine Impfung bietet keinen 100%igen Schutz gegen eine Infektion. Unbestritten ist jedoch, dass die zirkulierende Virusmenge und das Erkrankungsrisiko erheblich geringer ist.

Bei einem Krankheitsausbruch gibt es keine Therapie, ein Behandlungsversuch kann lediglich symptomatisch erfolgen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es für in Deutschland zugelassene Herpesimpfstoffe seit dem letzten Herbst erhebliche Lieferschwierigkeiten gibt. Dieses ist in der derzeitigen Situation natürlich ein Desaster. Damit der Impfschutz Ihres Pferdes nicht verfällt, hat die ständige Impfkommission der Veterinärmedizin (StIKo Vet) einem Impfstoffimport aus dem Ausland zugestimmt. Dieses ist möglich, da es eine antigenetische Ähnlichkeit der in den Impfstoffen enthaltenen EHV-1 und EHV-4 Stämmen gibt, somit ist auch eine erneute Grundimmunisierung nicht nötig.

Unsere Praxis besitzt eine Ausnahmegenehmigung für dieses Verfahren und ist somit stets mit Herpesimpfstoffen für Ihr Pferd ausgestattet.

Durch Herpesviren werden verschiedene Krankheitsbilder verursacht. Atemwegserkrankungen mit Fieber, Nasenausfluss, Husten und der Gefahr einer bakteriellen Sekundärinfektionen werden ausgelöst. Ebenso befallen die Viren das Nervensystem, erkrankte Tiere leiden an einer mangelnden Koordination, die sich bis zu Lähmungserscheinungen weiterentwickeln kann. Die Folge ist ein gestörter Urin-und Kotabsatz sowie das Festliegen der Pferde. Eine weitere gefürchtete, durch Herpesviren verursachte Erkrankung ist der Spätabort. Dabei kommt es zur Geburt von lebensschwachen Fohlen oder zum Verfohlen im 7.-10. Trächtigkeitsmonat.

Die Virusübertragung geschieht durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion, dies bedeutet eine Ansteckung von Pferd zu Pferd durch ausgeschiedene Sekrete. Dabei reichen jedoch schon allein die Aerosole aus. Diese können ebenso indirekt über Hände, Geräte und Inventar übertragen werden.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 4-6 Tage. Die Virusausscheidung erfolgt über 2-3 Wochen nach der Infektion. Erkrankte Pferde haben nach einer überstandenen Infektion einen natürlichen Schutz gegen die Viren für 3-5 Monate. Wichtig zu wissen, ist dass die Viren in der Umgebung 2 Wochen überleben können. Daher ist das Hygienemanagement bei Virusausbruch sehr wichtig.

Prophylaxe kann nur durch ein korrektes Impfen betrieben werden. Die Grundimmunisierung erfolgt aus zwei Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen. Eine regelmäßige Wiederholungsimpfung wird alle sechs Monate durchgeführt.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Nachlesen:

Stellungnahme der StIKo Vet zur aktuellen Herpesimpfstoffverfügbarkeit:

www.fli.de/fileadmin/FLI/Service/StIKoVet/Stellungnahme_EHV-Lieferengpass_2016-02-25.pdf

Leitlinie zur Impfung von Pferden des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt):

www.tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/leitlinien/impfkommission/2013_09_Impfleitlinie_Pferd_final_gr.pdf

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